Dread-Disease-Policen
Dread-Disease heißt übersetzt etwa »befürchtete Krankheiten«. Während die Krankenversicherung in der Regel die meisten Krankheitsrisiken ausschließen will und einen Antrag, der ein solches Risiko beinhaltet, lieber ablehenen oder höchstens unter bestimmten Bedingungen annehmen möchte, will die Dread-Disease-Police gerade diese schweren Krankheiten absichern. Dazu zählen unter anderem Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Bypassoperationen, multiple Sklerose oder die parkinsonsche Krankheit.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 330 000 Menschen an Krebs. 45 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer überleben diese schwere Krankheit mindestens fünf Jahre. Im Jahr erleiden weitere 300 000 Menschen einen Herzinfarkt. Drei von vier der Betroffenen sind ein Jahr danach noch am Leben.
Heute können Sie dank des medizinischen Fortschritts Krankheiten und Unfälle überleben, die gestern noch tödlich waren und somit ihre Gesundheit bewaren. Aber nach einem solchen Ereignis wird sich Ihr Leben meist nachhaltig verändern. In der Regel können Sie Ihren Beruf nicht mehr oder nur eingeschränkt ausüben, damit sinkt das Einkommen, und darüber hinaus kommen vermutlich auch Kosten für besondere medizinische Maßnahmen oder Pflege auf Sie zu.
Die Dread-Disease-Versicherung schließt hier eine Lücke zwischen der normalen Kapitallebensversicherung, der Hinterbliebenenversorgung durch die Risiko- und Unfallversicherung und der Berufsunfähigkeitsversicherung.
Auch für Unternehmen ist diese Versicherungsvariante interessant.
Für die Vollkaskoversicherung eines Dienstwagens werden in der Regel mehrere Tausend Mark pro Jahr ausgegeben. Ein Sachschaden wird im Schadensfall ersetzt. Für den Ausfall des Humankapitals haben über 90 Prozent aller Unternehmen bislang allerdings keine Vorsorge getroffen, obwohl der Verlust eines Menschen eine Firma in der Regel sehr viel Geld kosten oder bei kleinen Unternehmen sogar das Ende bedeuten kann.
Geht z. B, ein Vertriebsleiter, gehen mit ihm fast immer Kunden und damit auch Erträge verloren. Auch der Verlust des geistigen Knowhows von Spezialisten wie Entwicklungsleitern trifft ein Unternehmen meist substantiell. Umsatz- und Gewinnrückgänge sind die Folge, Kosten für die Suche (Personalberater) und Einarbeitung eines Nachfolgers entstehen, Entwicklungskosten gehen verloren und Kundensicherungsmaßnahmnen sind vorzunehmen.
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