Welche Auswirkungen die Öffnung des Glückspielmarktes mit sich bringen könnte
Jahrelang wurde gestritten, nun ist es endlich soweit: der Online Sportwetten – Markt (bzw. natürlich auch der „Offline“ Sportwetten – Markt) wird für private Anbieter geöffnet. Bis dato konnte man in Deutschland derartige Online Sportwetten und Live Wetten nur über den staatlichen Anbieter Oddset platzieren. Ab dem Jahr 2012 sollen nun bundesweit 7 Konzessionen vergeben werden, welche für 5 Jahre Gültigkeit besitzen. Eine wesentliche Hürde für private Anbieter dürfte allerdings die hohe Konzessions-Abgebe von knapp 17 Prozent darstellen.
Die Länder haben sich einstimmig auf eine Änderung der Regulierung geeinigt, diese Einigung war jedoch nicht ganz freiwillig. Im September 2010 hat der europäische Gerichtshof ein Urteil erlassen, welches die Länder quasi zur Lockerung der Regelung gezwungen hat. Ein Glücksspielmonopol lasse sich nur dann rechtfertigen, wenn aktiv Suchtbekämpfung betrieben werde. Da dies laut der höchsten Richter aber in der Vergangenheit nicht ausreichend passiert sei, gebe es nun keinen Grund mehr, private Anbieter vom Markt fernzuhalten.
Vor allem der Profisport könnte in Zukunft von dieser Änderung profitieren. Im Hinblick auf die Tatsache dass private Sportwetten-Anbieter vor allem im Fußball immer als sehr großzügige Sponsoren auftreten, dürfen sich die Bundesligavereine auf zusätzliche Einnahmen in Millionenhöhe freuen. Schließlich war für private Wettfirmen bisher in Deutschland die Werbung auf Trikots und Banden verboten, soll nun aber zulässig sein.
Auch für Amateurverbände sind Einnahmen aus Online Sportwetten und Live Wetten quasi überlebensnotwendig, im Budget der Landessportverbände schlagen sie aktuell mit knapp 80 Prozent zu Buche.
Der DOSB (deutsche olympische Sportbund) hat bereits einen Vorschlag geliefert, wonach ein Drittel der Abgaben der privaten Anbieter in gemeinnützigen Sport fließen soll. Dabei würde es sich dann vermutlich um einen Betrag im hohen zweistelligen Millionenbereich handeln. Die Konzessionsabgaben in Höhe von knapp 17 Prozent hält der DOSB allerdings nicht für marktgerecht, in anderen europäischen Ländern ist der Prozentsatz deutlich niedriger.